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Wasserdichte Handys: Was bedeuten die IP-Schutzklassen?

Das Smartphone begleitet uns jeden Tag. In der Schule, auf der Arbeit, in der Freizeit, beim Sport und sogar im Urlaub ist der smarte Begleiter immer mit dabei. Gerade im Urlaub setzen wir unser Smartphone teilweise extremen Situationen aus. Permanente Hitze, Staubbelastung oder ein Tauchgang im Pool sind nur wenige Beispiele dafür. Doch wie steht unser Smartphone eigentlich zu solchen Extremsituationen? Wie ihr erkennt, ob euer Gerät wasser- und staubdicht ist und was IP-Klassen bedeuten, verraten wir euch in diesem Artikel.

Ob euer Smartphone einen Tauchgang überlebt oder gegen Staub geschützt ist, verrät euch die Schutzart. Diese wird mit „IP“ angegeben, was die Abkürzung für den Begriff „International Protection“ ist. Die Klassifizierung nach IP-Standard ist hersteller- sowie geräteübergreifend und beschreibt den Schutz gegen das Eindringen von Flüssigkeiten und festen Substanzen. IP-Codes bestehen aus zwei Kennziffern (Beispiel: IP68), wobei die erste Zahl den Schutz gegen Festkörper (Staub) und die zweite den Schutz gegen Flüssigkeiten (Wasser) angibt.

IP-Schutzklassen betreffen nur Süßwasser

Gut zu wissen ist, dass sich Gerätehersteller mit der zweiten Kennzahl, welche den Schutz gegen Flüssigkeiten angibt, einzig auf nicht verunreinigtes Süßwasser beziehungsweise destilliertes Wasser beziehen. Salzwasser oder gechlortes Wasser, welches in Schwimmbädern vorzufinden ist, ist explizit ausgeschlossen. Auch hat der Kunde keine Garantie auf Wasserdichtigkeit, wenn er sein Gerät beispielsweise in der Badewanne nutzt, in der auch chemische Badezusätze verwendet werden.

Natürlich werden Geräte mit entsprechender Schutzklasse auch ein kurzes Tauchbad im Meer, in der Wanne oder im Pool überleben, Anspruch auf technische Unversehrtheit hat man als Kunde aber nicht darauf. Noch aggressivere Flüssigkeiten wie Reiniger oder Säuren werden bei der IP-Klassifizierung ebenso wenig berücksichtigt.

Sollte es zu einem Malheur kommen und das Smartphone wird in anderen Flüssigkeiten außer klarem Süßwasser oder destilliertem Wasser versenkt, solltet ihr das Gerät zunächst mit klarem Leitungswasser gut abspülen und daraufhin mit einem weichen Tuch trocknen. Alternativ legt ihr das abgespülte und vorgetrocknete Smartphone in eine Schussel voller Reis. Dort lasst ihr es dann einige Stunden liegen. Reis entzieht Feuchtigkeit und legt somit das Smartphone nach und nach trocken.

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Ob euer Smartphone nur Regen standhält oder auch komplett in Wasser versenkt werden kann, verrät euch die IP-Schutzklasse.

Die erste Kennziffer des IP-Codes

Die erste Ziffer der IP-Schutzklasse gibt den Schutzgrad gegen Festkörper an. Umso höher der Wert, desto besser geschützt ist das Gerät gegen Berührung sowie das Eindringen von Staub und ähnlichen festen Substanzen. Die Skala reicht vom Wert 0 (kein Schutz) bis hin zu 6 (staubdicht). Die genauen Angaben findet ihr nachstehend.

Kennziffer Schutz gegen Festkörper Schutz gegen Berührung
0 kein Schutz kein Schutz
1 Schutz gegen feste Fremdkörper
mit Durchmesser ≥ 50 mm
Geschützt gegen den Zugang mit dem Handrücken
2 Geschützt gegen feste Fremdkörper
mit Durchmesser ≥ 12,5 mm
Geschützt gegen den Zugang mit einem Finger
3 Geschützt gegen feste Fremdkörper
mit Durchmesser ≥ 2,5 mm
Geschützt gegen den Zugang mit einem Werkzeug
4 Geschützt gegen feste Fremdkörper
mit Durchmesser ≥ 1,0 mm
Geschützt gegen den Zugang mit einem Draht
5 Geschützt gegen Staub in schädigender Menge vollständiger Schutz gegen Berührung
6 staubdicht vollständiger Schutz gegen Berührung
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Smartphones mit der Schutzklasse IP68 sind gegen Staub geschützt und halten auch zeitweiliges Untertauchen in Wasser aus.

Die zweite Kennziffer des IP-Codes

Die erste Ziffer der IP-Schutzklasse gibt den Schutzgrad gegen Flüssigkeiten an. Umso höher der Wert, desto besser geschützt ist das Gerät gegen das Eindringen von Wasser. Die Skala reicht vom Wert 0 (kein Schutz) bis hin zu 9 (Schutz gegen Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung). Die genauen Angaben findet ihr nachstehend.

Wichtig: Die Schutzklasse bezieht sich nur auf klares Süßwasser oder destilliertes Wasser, siehe dazu den Abschnitt „IP-Schutzklassen betreffen nur Süßwasser“ weiter oben im Artikel.

Kennziffer Schutz gegen Flüssigkeiten
0 kein Schutz
1 Schutz gegen senkrecht fallendes Tropfwasser
2 Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist
3 Schutz gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
4 Schutz gegen allseitiges Spritzwasser
(5 Minuten mit 10 L/min)
5 Schutz gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel
(3 Minuten mit 12,5 L/min)
6 Schutz gegen starkes Strahlwasser
(3 Minuten mit 100 L/min)
7 Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
(30 Minuten bei 1 Meter Wassertiefe)
8 Schutz gegen dauerhaftes Untertauchen
9 Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung

Checkt die IP-Schutzklasse eures Smartphones, bevor es in den Urlaub geht

Bevor es in den Urlaub geht, empfiehlt es sich, die IP-Schutzklasse des Smartphones zu checken, das man mitnehmen möchte. Diese findet man entweder in den Unterlagen zum Smartphone (Handbuch, Verpackung ect.) oder auf den Internetseiten der jeweiligen Hersteller. Gerätehersteller weisen auf der Artikeldetailseite zu ihren Smartphones die Schutzklasse aus, falls das Gerät zertifiziert ist.

Im Zweifel hilft Google auch weiter, jedoch sollten die gefundenen Angaben verifiziert werden. Prüft mindestens zwei oder drei Seiten und deren Aussagen zur IP-Schutzklasse des Smartphones eurer Wahl. Sollten alle voneinander unabhängigen Seiten die selbe Schutzklasse attestieren, könnt ihr euch mit größter Wahrscheinlichkeit sicher sein, dass diese Angaben der Realität entsprechen.

Je nach Schutzklasse des Gerätes ist auch entsprechender Umgang angesagt. Besitzt ihr beispielsweise ein IP-67-zertifiziertes Gerät, müsst ihr euch keine großen Sorgen machen. Selbst einen kurzen Tauchgang im Pool werden diese Geräte mit Sicherheit unbeschadet bestehen. Ein Gerät mit niedriger Schutzklasse ist dementsprechend vorsichtiger zu behandeln. Smartphones ohne Schutzklasse müssen besonders achtsam behandelt werden, denn bei ihnen kann schon ein Ausflug in den Regen zu Totalausfällen führen.

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